Am 03.12.2009 machten sich die PfälzerLöwen auf den Weg nach Rom, um dort ein Fußballspiel zu sehen.
Nun können Sie hier den Bericht vom Fanklub lesen.
Zwei -Tagesausflug nach Rom
Nach mehr als zwei Jahren war es mal wieder an der Zeit, dass die PfälzerLöwen dem FC Basel einen Besuch abstatteten. Das letzte Mal besuchten wir, mit Zwischenaufenthalt in Freiburg, das Heimspiel des FC Basel gegen die Grashoppers aus Zürich. Das Spiel ging mit 3:1 an den FCB und wir konnten unser erstes Spiel in einem nicht EU Land auf unserer imaginären Liste abhaken. Doch ein weiteres Spiel im bekannten St. Jakobspark zu verfolgen war nichts Neues und kam deshalb nicht in Frage. Dann kam die zündende Idee: Der FC Basel spielt INTERNATIONAL und zwar in der Europaliga, ehemals UEFA-Pokal. Schnell wurde im Internet recherchiert und der erste Dämpfer trübte die Gemüter. Es war keine deutsche Mannschaft in der Gruppe der Basler vertreten. Also konnte ein Besuch eines Auswärtsspiels in Hamburg oder Bremen, wie ein paar Jahre zuvor, nicht wiederholt werden. Was nun? Trauer? Frust? Aber nicht doch. Aus Trotz kamen wir auf die Idee, einfach nach Rom zu fliegen und das Spiel des FCB gegen den AS Rom im Stadio Olimpico zu verfolgen. Man hatte ja schon viel von den Ultras in Italien gehört und die Hymne am Anfang des Spiels sollte legendär sein. Also nix wie hin!
Nach einiger Überzeugungskraft waren auch die anderen Mitglieder von den Plänen begeistert und ein erster Besuch im Reisebüro folgte. Nun musste nur noch die Frage des Transportmittels geklärt werden. Einfach, schnell und teuer mit dem Flugzeug oder ein wenig günstiger aber dafür viel, viel länger mit dem Auto? Nach kurzer Recherche im Internet kam man zu dem Schluss, dass eine Autofahrt nicht in Frage kam, da eine Fahrtzeit von 15 Stunden doch arg die Nerven angreift. Nach zwei Monaten Suche und dem Absprung eines Mitreisenden fand man eine Woche vor dem Spiel einen Flug ab Köln. Die Reise konnte losgehen!
Am Morgen vor dem Start des Fliegers mussten wir uns zu unmenschlicher Zeit aus dem Bett quälen: 3 Uhr nachts! Für die VW-Arbeiter unter uns nichts Neues aber für die Studenten ganz starker Tobak! Nach 10 Kaffee und mehreren Koffeintabletten konnten endlich die Augen ein wenig geöffnet werden und siehe da: Baustelle auf der A2! Auch das sollte uns nicht bremsen und endlich am Flughafen angekommen war der Fahrer so in Fahrt, dass das Parkhaus ignoriert und gleich am Cargoeingang für Luftfracht gehalten wurde. Nach kurzer Orientierungsphase konnte das Parkhaus angesteuert, das Gepäck zum Terminal getragen und nach gefühlten 10 Stunden im Flieger platz genommen werden.
Nach 1 ½ Stunden Flugzeit, mit Überquerung der verschneiten Alpen, landeten wir in Rom am Flughafen Fiumicino. Nach kurzem Zittern, ob das einzige Gepäckstück die Reise heil überstanden hat, versuchten wir mit Händen und Füßen, Karten für den Zug in Richtung Innenstadt zu bekommen. Gar nicht so einfach. Am Ende hat es geklappt und nach einer Stunde Fahrt und einem 20-minütigen Fußmarsch erreichten wir erschöpft das Hotel. Kurz die Sachen verstaut und schon ging es weiter per Metro in Richtung Haltestelle Colosseo! Man hatte wenig Zeit und ein Souvenir musste auf jeden Fall ergattert werden: ein Foto mit Zaunfahne vor dem Kolosseum! Trotz massivem Polizeischutz gelang es uns ein Foto zu schießen! Nun aber schnell in Richtung Stadion! Die Zeit rann uns wie Sand durch die Finger und dann auch noch das: Wir bekamen Hunger! Eine original italienische Pizza musste her, aber keine einzige Pizzeria lag auf unserem Weg und so langsam kam der Verdacht auf, dass die Pizza nicht in Italien sondern von einem Herrn Wagner in Deutschland erfunden wurde. Also mussten wir wohl oder übel mit leerem Magen in Richtung Stadion fahren. Nach einer stundenlangen Irrfahrt in einem Linienbus, der aus Platzgründen auch glatt als Tiertransporter hätte durchgehen können, erreichten wir das Stadion. Blieb noch der Hunger. Und siehe da, in einer Seitenstraße fanden wir versteckt eine kleine Pizzeria, die sehr einladend aussah. Zu unserer Überraschung war das Essen, im Vergleich zu den Abzockerpreisen im Zentrum, zu bezahlen. Trotz Sprachbarriere wurde etwas von der Karte bestellt und wir befanden uns im siebten Himmel. Man war das eine Pizza!
Mit vollem Magen und ein wenig Proviant (Bier) ging es in Richtung Stadion, wo wir sofort auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden: Polizeikontrolle mit anschließendem Kessel. Auf Englisch wurde uns erklärt, man müsse uns vor den Ultras beschützen, weil die einen Angriff auf uns geplant hätten. Also standen wir 2 Stunden zwischen zwei Polizeiwagen und versuchten, den schweizer Dialekt der Basler Fans zu verstehen. Dann ging es ganz schnell: wir wurden in einen Linienbus gebeten und im Dunkeln mit Polizeieskorte durch halb Rom gefahren. Die Zeit lief uns davon, denn einer der Gründe für diese Fahrt war das Einlauflied im Stadion. Nach der Ankunft am Stadio Olimpico und einem Spurt auf die Tribüne mussten wir enttäuscht feststellen, dass wir das besagte Einlauflied um 5 Minuten verpasst hatten! Porca Miseria!
Es folgte ein spannendes Spiel, der FC Basel ging mit 0:1 in Führung und verlor das Spiel trotz vieler hochkarätiger Chancen noch mit 2:1. Was für ein Abend! Nach 1 ½ Stunden Ausgangssperre im Gästeblock und kalten Füßen ging es per Sonderbus in Richtung Hauptbahnhof, wo man uns unserem Schicksal überließ. Da keine Metro mehr fuhr und kein Bus in Richtung unseres Hotels gefunden werden konnte, nahmen wir uns entnervt ein Taxi. Die Nacht war kurz und nach 5 Stunden Schlaf machten wir uns auf den Heimweg: Metro, Zug, Flugzeug, Auto und dann Bett!
Wir hatten es geschafft! Unser erstes Spiel in Italien und damit im EU Ausland! Es war zwar anstrengend, aber Rom ist doch immer eine Reise wert! Übrigens, wenn ihr mal da seid: Die Pizzeria heißt La Teverina und liegt in der Nähe des Stadions in der Via Dei Tadolini 12/14!
Die PfälzerLöwen
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